Zusammengestellt von Anna Hirschmüller
Professur für Allgemeine Psychologie, Universität Mannheim
Alle Hinweise auch als PDF-Datei.
Das Poster ist auf wissenschaftlichen Tagungen eine gängige Form der Präsentation von Ergebnissen. Ziel ist es dem Betrachter schnell und präzise die Kernaussagen der vorgestellten Forschungsarbeit zu vermitteln. Hierfür ist es wichtig, dass formaler Aufbau, inhaltlicher Aufbau und sprachliche Gestaltung exakt aufeinander abgestimmt und für den Betrachter leicht verständlich sind.
Vor dem Erstellen des Posters sollten Sie drei zentrale Fragen klären:
Das Poster gliedert sich in folgende Teile:
| Titel |
Titel der Arbeit, Namen der Verfasser und Bezeichnung des Instituts. |
| Einführung |
Vorstellung des Problems, des Zwecks der Untersuchung und Formulierung der Fragestellung und Hypothesen. |
| Methoden | Darstellung der verwendeten Methoden: Apparaturen, Reize, Verfahren, Versuchspersonen etc. |
| Ergebnisse | Bericht der Daten und Resultate statistischer Verfahren. |
| Diskussion |
Interpretation der Ergebnisse und ihrer Konsequenzen. |
| Literaturliste
|
Liste aller auf dem Poster berichteten Publikationen. |
Überlegen Sie sich zuerst, welche Informationen für das Verständnis Ihrer Arbeit wichtig sind und daher auf dem Poster präsentiert werden müssen. Entscheiden Sie, in welcher Form sich eine bestimmte Information einsichtig darstellen lässt (z.B. als Text, Abbildung, Grafik, Diagramm …).
Der Titel gibt in prägnanter
Weise die Hauptaussage des Posters wieder.
Er sollte so groß geschrieben
sein, dass er aus ca. 5 Metern Entfernung gelesen werden kann.
Der Text enthält die essentiellen Informationen (nach dem Motto 'wichtig zu wissen' statt 'schön zu wissen'). Auf Details kann verzichtet werden, solange dabei der Sinn nicht entstellt wird. Das sprachliche Niveau sollte an das Publikum angepasst werden, der Text verständlich und klar formuliert sein. Für Fachpublikum müssen gängige Fachbegriffe also nicht auf dem Poster definiert werden. Abkürzungen müssen beim ersten Mal ausgeschrieben und gekennzeichnet werden. Lange oder verschachtelte Sätze sind zu vermeiden. Die einzelnen Abschnitte können durch Überschriften hervorgehoben werden (siehe 'Inhaltlicher Aufbau').
| Schriftgröße: | Die Schrift sollte
aus einer Distanz von 1 – 1,5 Metern lesbar sein (etwa ab Schriftgröße 36). |
| Schriftart: | Ziehen Sie eine leicht lesbare einer verspielten Schrift vor. Hierfür bieten sich Arial, Helvetica, Times oder ähnliche Schriften an. |
| Zeilenabstand: | Hilfreich kann auch ein erweiterter Zeilenabstand sein. |
| Hervorhebungen: | Gehen Sie mit Hervorhebungen wie 'fett’ 'kursiv’ und Unterstreichungen im Fließtext sparsam um. Überschriften können durchaus hervorgehoben werden. |
| Hintergrund:
|
Schrift und Hintergrund müssen sich deutlich voneinander abheben (Kontrast). |
Anschaulichkeit und Verständlichkeit sind natürlich auch bei Grafiken wichtig. Die Darstellung soll die Interpretation der gewonnenen Ergebnisse fördern. Bildunterschriften unterstützen dies.
Achten Sie dabei auf eine ausreichend große Darstellung und Beschriftung der Grafik.
Im Prinzip lässt sich ein Poster in drei Bereiche aufteilen.
Abb. 1: Skizze der Abbildungsbereiche. Die markierten Bereiche sind
zur Orientierung
nur grob anskizziert. Dieses Prinzip ist auch auf Poster in Querformat übertragbar.
Die inhaltliche Gliederung muss auch in der Aufteilung des 'Inhaltsteils' des Posters deutlich werden. Der Leser soll leicht erkennen, wo er beginnen und wo er enden soll. Beispielsweise können Sie das Poster in Spalten oder Blöcke aufteilen. Achten Sie darauf, dass die Zeilenlänge beim Lesen angenehm ist. Bei der Zuordnung der inhaltlichen Bereiche zu den einzelnen Blöcken sollten sie die Leserichtung des Publikums berücksichtigen.
Der Hintergrund darf das Poster
betonen, soll jedoch nicht vom Inhalt ablenken.
Zusätzlich kann er dazu genutzt werden, die Posterstruktur hervorzuheben.
Häufig verwendete Posterformate:
DIN A0: 841 x 1189 mm
DIN A1: 594 x 841 mm
Zuerst richten Sie die Seitengröße
für ein Poster auf DIN A0 ein:
'Datei' → 'Seite einrichten’:

Abb. 2: Fenster 'Seite einrichten'
Informationen zum Drucken eines Posters finden Sie auf der WWW-Seite des Rechenzentrums unter 'Dienste' → 'Plotten'.
Poster im Format DIN A0 können auf einem Drucker vom Typ HP DesignJet 755CM im Rechenzentrum ausgedruckt werden. Um ein Poster auszudrucken, muss eine Postscriptdatei (IhrDateiname.ps) erzeugt werden. Dies geschieht unter Windows dadurch, dass man die PowerPoint-Datei mit einem Druckertreiber druckt und die Ausgabe in eine Datei umlenken lässt. Um ein Blatt im Format DIN A0 auszudrucken, muss auf dem Rechner ein Treiber für den Drucker HP DesignJet 755CM installiert sein. Ein Druckertreiber für diesen Drucker ist in Windows XP enthalten und kann mit dem Druckerinstallations-Assistenten hinzugefügt werden ('Start' → 'Drucker und Faxgeräte' → 'Drucker hinzufügen', dann öffnet sich der Assistent). Das Rechenzentrum stellt eine ausführliche Installationserklärung für den Fall bereit, dass der Druckertreiber nicht über den Druckerinstallations-Assistenten gefunden wird.
Ist also der Treiber für den HP DesignJet 755CM installiert, kann man in
PowerPoint bzw. in jedem Windowsprogramm im Menü 'Datei' das Untermenü
'Drucken' auswählen und den HP DesignJet 755CM als Ausgabegerät bestimmen.
Ist das Kontrollkästchen 'Ausgabe in Datei umleiten' vorhanden, muss es
aktiviert werden. Im Feld 'Eigenschaften' → 'Erweitert...' ist dann als
Papiergröße 'ISO A0' zu wählen.
Abb. 3: Die Untermenüs 'Drucken', 'Eigenschaften' und 'Erweitert'.
Normalerweise wird dies nicht nötig sein, da der Druckertreiber so installiert
sein wird, dass er immer in eine Datei druckt, falls der Drucker nicht vorhanden
ist. Startet man nun die Druckausgabe, so muss der Name der Ausgabedatei eingegeben
werden. Hier ist zu beachten, dass diese die Extension PS (IhrDateiname.ps)
haben sollte. Man erreicht dies im Dateidialog von Windows indem man sich 'Alle
Dateien' anzeigen lässt und dann den Dateinamen einschließlich der
Extension eingibt.

Abb.4: Fenster 'Ausgabe in Datei umleiten', das sich nach dem Druckmenü
öffnet.
Die nun entstandene Postscriptdatei sollte zur Kontrolle mit einem Postscript-Viewer wie etwa 'Ghostview' (kostenloser Download unter http://www.haw-hamburg.de/pers/Lueddecke/ghost/) auf dem Bildschirm angeschaut werden. Als Papiergröße ist in diesem Fall bei Ghostview im Menü 'Media' eine Breite von 2492 Punkten und eine Höhe von 3363 Punkten einzustellen. Zeigt Ghostview die Datei korrekt an, so kann davon ausgegangen werden, dass sie auch korrekt gedruckt wird.
Wird das Poster in Ghostview nicht vollständig dargestellt (sind die Seiten abgeschnitten trotz richtiger Größenangaben), muss eine neue Postscript-Datei erstellt werden. Jedoch muss nun das Plakat beim Drucken in die Datei verkleinert werden. Dazu wählt man bei den Druckereigenschaften die Registerkarte 'Erweitert' und gibt bei 'Skalierung' einen Wert von 80-95% ein (je nachdem wie viel abgeschnitten wurde). Danach kontrolliert man die Postscriptdatei nochmals mit Ghostview.

Abb. 5: Das Untermenü 'Erweitert' erreichbar über 'Datei'
→ 'Drucken' → 'Eigenschaften' → 'Erweitert'. Hier kann die Skalierung
geändert werden.
Ein besonderer Vorteil der Druckersprache Postscript ist die Skalierbarkeit.
Damit ist es sehr einfach, Probeausdrucke im Format DIN A4 herzustellen. Man
braucht dazu nur im Druckermenü eines Postscriptdruckers im Untermenü
'Eigenschaften“ → 'Erweitert' einen Skalierungsfaktor von etwa 22%
und das Papierformat DIN A4 einstellen. Dann wird das Poster beim Ausdrucken
verkleinert und man kann es auf einem normalen Laserdrucker ausgeben.
Um die Druckdatei an das Rechenzentrum zu übertragen verwenden Sie das Uploadformular des Rechenzentrums. Hierbei müssen Sie nur Ihren Namen sowie eine Kontaktadresse in das Formular eintragen.
Der Ausdruck kann i.d.R. zwei Arbeitstage später zwischen 9.00 Uhr und 12.30 Uhr und zwischen 14.00 Uhr und 17.00 Uhr im Rechenzentrum L15,16 im 6.OG im Sekretariat abgeholt werden. Der Ausdruck kostet bei weißem Hintergrund 5 EUR, ansonsten 7 EUR und kann in Wertmarken oder mit der ecUM bezahlt werden.
 
Stand: November 2006